Wie Dich die Feiertage nicht überfordern und Du sie stattdessen genießen kannst

Christinabewusst & erfüllt lebenKommentar hinterlassen

entspanntes Weihnachten

Wie fröhlich ist in der Regel Dein Weihnachtsfest? Wie fühlst Du Dich, wenn Du an Weihnachten denkst? Wenn dieses Fest für Dich noch fröhlicher werden soll als sonst, lass Dich von diesen Tipps und Herangehensweisen inspirieren und kreiere Dir dieses Jahr ganz bewusst ein frohes Fest.

Oh Du schöne, oh Du schreckliche?

Von weihnachtlichen Werbetafeln und in Weihnachtsfilmen strahlen uns in der Regel fröhliche Kinderaugen an und die ganze Familie genießt gemeinsam das Fest. Wie sieht es bei Dir aus?

Also mir war früher ehrlich gesagt nicht nach einem inneren Strahlen zumute. Heute erlebe ich Weihnachten bewusst ganz anders. Ich kenne sowohl schöne als auch weniger schöne Weihnachten und ich bin dankbar, frei und bewusst entscheiden zu können, wie mein Fest aussieht, und dass ich weiß, wie ich dafür sorgen kann, dass es mir gut geht.

Und da auch Du ein fröhliches Fest verdienst, habe ich im Folgenden diverse Anregungen für Dich. Wie immer gilt, achte darauf, was sich für Dich stimmig anfühlt und dann schaue, wie Du dies auf Deine Art umsetzen kannst.

Wie zufrieden bist Du in der Regel an Weihnachten?

Doch bevor ich mit den Anregungen beginne: Was ist Dein Ausgangspunkt? Wie erlebst Du normalerweise Weihnachten? Im Coaching ist die Arbeit mit Skalen stets sehr hilfreich. Also lass uns dies doch auch einmal für Weihnachten nutzen:

Wie zufrieden warst Du mit Deinem letzten Weihnachtsfest oder auch Deinen letzten Weihnachtsfesten? Wähle spontan eine Zahl zwischen 0 (= grauenvoll) bis 10 (= wundervoll) – mach daraus keine Wissenschaft, sondern wähle aus dem Bauch heraus, schließlich geht es hier um Dein Erleben. Merke Dir diese Zahl oder notiere sie Dir. Am Ende des Artikels kommen wir wieder darauf zurück. Sie ist Teil einer Übung, die ich Dir mit an die Hand gebe.

Am meisten wirst Du übrigens von diesem Artikel haben, wenn Du Dir Zeit für diese Übung nimmst. Je aufmerksamer Du diesen Beitrag ließt, desto mehr wirst Du außerdem von der Übung profitieren.

Im Netz gibt es unzählige Artikel mit Tipps, wie Weihnachten dieses Jahr noch schöner wird. Hast Du in den vergangenen Jahren schon einen solchen gelesen? Wenn ja, hat er geholfen? Diesen Beitrag habe ich bewusst deutlich umfassender geschrieben, denn ich weiß wie es ist, wenn sich die Weihnachtszeit alles andere als schön anfühlt. Dieser Artikel soll Dir nicht beiläufig ein paar Tipps geben. Ich möchte damit Deine Perspektive erweitern und alternative Herangehensweisen vorstellen, sodass Du Weihnachten bewusst entscheiden kannst, was Du wie machen möchtest, wie Du reagieren willst und so weiter.

Wenn Du gerade also nur Zeit zum Überfliegen hast, dann speichere Dir beispielsweise den Link in Deinem Kalender und halte Dir circa 30 Minuten dafür frei – so hast Du Zeit zum aufmerksamen Lesen und für die Übung. Vielleicht geht Dir die Übung auch leichter von der Hand oder vielleicht willst Du Dir auch mehr Zeit dafür nehmen – das liegt ganz bei Dir.

Nur 30 Minuten für ein fröhlicheres Weihnachtsfest – klingt doch nach einem guten Deal, oder?

Also los!

Ein paar Anregungen für ein entspannteres Weihnachtsfest

Von den folgenden Impulsen werden Dir manche vielleicht bekannt vorkommen, andere werden neu für Dich sein. Entscheidend ist, ob und wie Du die Inhalte für Dich nutzen willst. Manchmal kann selbst eine kleine Erinnerung Wunder bewirken.

Eine gute Vorbereitung erleichtert vieles

Dieser Punkt ist keine große Überraschung. Doch wie gut bist Du in der Regel tatsächlich vorbereitet? Denn Du kannst im Vorfeld bereits dafür sorgen, dass Du gar nicht erst gestresst in das Weihnachtsfest startest. Eine gute Planung und schöne Vorweihnachtszeit fördern eine positive Weihnachtsstimmung enorm. Wer schon in der Vorweihnachtszeit an seine Grenzen stößt und sich überfordert fühlt, der ist auch zu Weihnachten viel eher überfordert als jemand, der fröhlich die Vorweihnachtszeit erlebt hat.

Also beginne rechtzeitig mit der Planung, und achte vor allem darauf, wie Du Dich beim Planen fühlst. Wenn sich dabei bereits alles in Dir zusammenzieht, weil es zu viel zu sein scheint, dann schau einmal, wie Du Deine Planung anpassen kannst, sodass sie für Dich stimmiger ist. Auf welche Weihnachtsfeier willst Du tatsächlich gehen? Und zu welchem Weihnachtsmarkt? Musst oder willst Du tatsächlich Stollen oder Plätzchen backen? Was kann auch jemand anderes erledigen? Welche Aufgaben kannst Du abgeben? Was könntest Du gemeinsam mit jemandem machen – statt alleine? Gibt es etwas, das Du vielleicht sogar ganz von der Liste streichen kannst? Was auch immer andere betrifft, das sprich am besten offen mit diesen Personen ab, damit es am Ende nicht zu enttäuschten Erwartungen und Frust kommt.

Das Weihnachtsfest muss auch nicht immer so ablaufen, wie die vergangenen Jahre. Wirkt etwas für Dich überholt? Vielleicht eine Tradition, ein bestimmtes Essen, der Baumschmuck oder der Ort der Feier? Dann rede mit den anderen und findet bei Bedarf etwas, das nun viel besser für Euch alle passt. In meiner Familie wird es dieses Jahr zum Beispiel zum ersten Mal am zweiten Weihnachtsfeiertag einen großen Weihnachtsbrunch im Hause meines Bruders geben, zu dem jeder etwas mitbringt. Dieser Tag ist seit ich denken kann unser großer Familientreffentag. Aus allen Richtungen unserer Patchworkfamilie kommen wir zusammen. Die letzten Jahre sind wir Mittags essen gegangen. Und davor waren wir stets bei meinen Großeltern. Alles hat seine Zeit.

Falls Du nach Anregungen suchst, wie Du noch mehr in Weihnachtsstimmung kommen kannst, verlinke ich Dir dazu außerdem am Ende dieses Beitrags weitere Impulse.

Freude beim Schenken

Bist Du jedes Jahr überfragt, was Du schenken sollst? Oder macht Dir dieser Aspekt von Weihnachten ganz viel Freude? Sollte das Schenken für Dich ein Stressfaktor sein, dann schau, wie Du Dir dies vielleicht leichter machen kannst – sei es sehr früh damit zu beginnen zu überlegen, wer sich über was freuen könnte, und die Geschenke zeitig zu besorgen, oder in einem bestimmten Kreis mit den anderen zu besprechen, ob zum Beispiel gewichtelt werden könnte, sodass jeder in dem Rahmen nur noch ein Geschenk zu besorgen hat. Und sind die schönsten Geschenke nicht eh immaterieller Natur?

Ich habe für mich festgestellt, dass ich mich am meisten darüber freue, wenn ich mit Menschen, die mir am Herzen liegen, Zeit verbringe und wir einander Zeit, Aufmerksamkeit und Liebe schenken – und wir dadurch das wunderbare „Geschenk“ der Verbundenheit spüren.

Wie steht es bei Dir eigentlich ums Annehmen von Geschenken? Denn das Schenken wird viel schöner, wenn wir auch annehmen können. Dazu möchte ich ein paar Zeilen aus dem Lied „Given to“ von Ruth Bebermeyer mit Dir teilen, die ich sehr schön finde:

„Ich bin ungemein beschenkt, wenn Du etwas von mir annimmst –
Wenn Du an der Freude teilhast, die in mir ist, sobald ich Dich beschenke.
Und Du weißt, ich gebe nicht in der Absicht, Dich in meine Schuld zu bringen,
Sondern weil ich die Zuneigung leben möchte, die ich für Dich empfinden.

Annehmen mit Würde
Ist vielleicht das größte Geschenk.
Unmöglich kann ich die beiden Seiten voneinander trennen.
Wenn Du mich beschenkst, schenke ich Dir mein Annehmen.
Wenn Du von mir annimmt, fühle ich mich sehr beschenkt.“

Ich habe immer viel und gerne gegeben. Doch das Annehmen fällt mir selbst heute manchmal noch schwer. Wie ist das bei Dir?

Wie geht es Dir?

Wenn Du nur einen Aspekt aus diesem Beitrag mitnimmst, dann ist es hoffentlich dieser. Bei den Weihnachtsvorbereitungen habe ich bereits erwähnt, wie hilfreich es ist, zu spüren, wie es einem bei der Planung geht. Doch auch während des Festes lohnt es sich, immer wieder einen kleinen Check-In zu machen und sich zu fragen: „Wie geht es mir gerade?“

Nur so können wir herausfinden, was für uns stimmig ist, was uns guttut – und was nicht. Dieser Check-In, den ich von Dr. med. Klaus Blaser gelernt habe und der mich täglich begleite, läuft wie folgt ab:

  1. Nimm zunächst Dein Befinden ganz bewusst wahr, auch wie Du dies körperlich spürst.
  2. Benenne anschließend bestmöglich das Gefühl (oder beschreibe es zumindest), sprich es wirklich aus.
  3. Stimme schließlich dem Gefühl zu (das ist nicht das Gleiche, wie der Situation zuzustimmen), beispielsweise: „Ich fühle Frustration und das ist okay.“

Dieser Check-In ist besonders kraftvoll, denn damit können wir uns überall und jederzeit mit uns selbst verbinden. Für mich war dies lebensverändernd, denn früher habe ich mich immer in äußeren Eindrücken verloren.

Und vor allem der letzte Punkt des Check-Ins ist genial. Wenn es nämlich gelingt, aktuellen Gefühlen zuzustimmen, werden schöne intensiver und unangenehme schwächer.

Wenn wir wissen, wie wir uns fühlen, können wir zudem gut für uns sorgen.

Ist Dir nach Ruhe und willst Du Dir eine Auszeit nehmen? Oder willst Du unbedingt noch Zeit mit Deiner Schwester oder Deinem Onkel verbringen? Oder vielleicht merkst Du auch, dass Dich jemand anstrengt und Du daher lieber Abstand von der Person nehmen willst. Vielleicht stellst Du auch einfach nur fest, dass das letzte Stück Kuchen eines zu viel war.

Es kann auch sein, dass an Weihnachten Trauer, um einen geliebten Menschen hochkommt, oder Frust oder andere unangenehme Gefühle. Auch das ist in Ordnung. Verbiete Dir diese Gefühle nicht. Wenn Du sie annimmst, wird es Dir damit viel besser gehen. Und beispielsweise gemeinsam mit Verwandten über schöne Erinnerungen eines Verstorbenen zu reden und dabei auch bewusst Raum für die Trauer zu haben, kann ein sehr heilsamer und auch berührender Austausch für alle sein.

Also: Spüre immer wieder, wie es Dir tatsächlich geht. Jedes Gefühl ist in Ordnung.
Willst Du Dich mit dem Thema Gefühle weiter beschäftigen, findest Du am Ende des Artikels weiterführende Inhalte.

Mit dieser simplen „Technik“ gehst Du liebevoll mit Dir um. Und geht es Weihnachten nicht um Liebe? Dies sollte meiner Meinung nach nicht nur bedeuten, liebevoll mit den Mitmenschen umzugehen, sondern auch mit sich selbst.

Auch Mal abschalten

Ist Dir zwischendurch nach Ruhe? Das kann ich gut verstehen.

Inseln nur für Dich

Wenn Du bei Deinem Check-In feststellst, dass Du Ruhe brauchst, dann nimm Dir eine Auszeit. Nur weil Weihnachten ist, heißt es nicht, dass wir permanent von Menschen umgegeben sein müssen. Nimm Dir zwischendurch Pausen ganz für Dich und Du wirst wahrscheinlich merken, dass Du so viel mehr von der gemeinsamen Zeit hast.

Was tut Dir gut? Ich meditiere zum Beispiel gerne zwischendurch, lese, schreibe, gönne mir ein Bad, atme bewusst tief durch und bewege mich gerne in der Natur.

Wenn Du merkst, dass Du Zeit für Dich brauchst, kann es durchaus hilfreich sein, dieses Bedürfnis zu kommunizieren. Den ein oder anderen mag es vielleicht wundern, wenn Du Dir bisher zu Weihnachten solche Zeiten nicht genommen hast. Doch sie werden schnell merken, dass es sinnvoll ist, wenn Du dafür den Rest der Zeit viel präsenter und besser drauf bist.

Das Handy ausschalten

Ich bin ein Fan von handyfreier Zeit und auch zu Weihnachten lasse ich mein Handy gerne die meiste Zeit aus. Klar ist es super, dass wir damit auch jenen ein schönes Fest wünschen können, die nicht bei uns sind, und es ist schön, Weihnachtsimpressionen mit anderen zu teilen. Doch wie empfindest Du es, wenn Du Dich mit jemandem unterhalten möchtest und derjenige schaut ständig auf sein Handy oder unterbricht womöglich sogar Eure Unterhaltung, um jemandem zu schreiben?

Es gibt mittlerweile sogar diverse Studien, die belegen, dass unsere Interaktionen allein schon nur durch die Anwesenheit eines Handys leiden. Ich verlinke Dir am Ende des Beitrags gerne einen Artikel dazu.

Vielleicht hast Du ja Lust, auch einmal auszuprobieren, wie es ist, das Handy eine Weile auszuschalten.

Und für den Fall, dass Du Dein Handy nutzen möchtest, um Fotos zu machen, warum dann nicht einfach im Flugmodus fotografieren? Vielleicht möchtest Du auch eine Vereinbarung mit den anderen treffen, dass zum Beispiel die Handys während des Festessens einfach mal im Nebenraum bleiben. Das gemeinsame Essen bekommt dadurch eine ganz andere Qualität.

Deine Haltung ist entscheidend

Wie ist generell Deine Haltung gegenüber Weihnachten? Wie bist Du dem Fest gegenüber eingestellt? Da dies enormen Einfluss auf unser Erleben hat, möchte ich hier einige Punkte diesbezüglich aufgreifen.

Halte auch gerne vorab kurz inne, ehe Du weiterliest, und nimm bewusst Deine Einstellung zu Weihnachten unter die Lupe.

Schick den Perfektionismus in die Weihnachtspause

Wir alle haben gewisse Vorstellungen, denen wir bewusst oder unbewusst nacheifern. Und die Medien bieten uns in dieser Zeit reichlich davon an.

Was für einer Vorstellung versuchst Du gerecht zu werden? Und wie akribisch versuchst Du diese umzusetzen? Wenn wir nur dem perfekten Weihnachtsessen oder der perfekten Idylle hinterher jagen, verlieren wir womöglich den Kontakt zu uns selbst und den Menschen um uns herum.

Statt das „perfekte“ Weihnachten anzustreben, wie wäre es mit einem „stimmigen“ – eines, das sich für Dich genau richtig anfühlt?

Diese Szenen aus dem Film „Schöne Bescherung“ zeigen übrigens, dass Weihnachten so einiges schiefgehen kann. Vielleicht sollten wir es einfach nicht so ernst nehmen ;-)

Deine Grundhaltung entscheidet über Dein Erleben

Zusätzlich zum Grad der Gelassenheit entscheidet auch unsere Grundhaltung, wie wir Weihnachten erleben. Wer mit einer negativen Grundhaltung in das Weihnachtsfest geht, wird etwas anderes ausstrahlen, anziehen und Situationen auch ganz anders wahrnehmen, als jemand, der fröhlich gestimmt ist. Kennst Du „Und täglich grüßt das Murmeltier?“ Phil erlebt darin den gleichen Tag immer und immer wieder. Und so, wie er seine Grundhaltung wandelt, verändert sich auch sein Erleben.

Unsere Grundhaltung ist wie eine selbsterfüllende Prophezeiung. Wer also mit der Haltung Weihnachten begegnen, dass dieses Jahr beispielsweise fröhlich und offen sein wird, wird selektiv wahrnehmen, was eben genau dies bestätigt und Gegenteiliges nicht oder weniger wahrnehmen. Derjenige wird sich außerdem anders verhalten, andere werden anders auf ihn reagieren und so weiter.

Die Grundhaltung zu verändern ist natürlich gar nicht so einfach. Der nächste Punkt kann da helfen.

Dankbar und glücklich zu Weihnachten

Francis Bacon brachte es einmal auf den Punkt: „Nicht die Glücklichen sind dankbar. Es sind die Dankbaren, die glücklich sind.“

Daher kann es auch zur Weihnachtszeit eine wahre Bereicherung sein, sich in Dankbarkeit zu üben. Mach Dir beispielsweise mehrmals am Tag bewusst, was gut ist in Deinem Leben, welche Menschen Dein Leben bereichern, was Du tun kannst und was Dich beglückt. Feiere das Schöne im Leben, fokussiere Dich darauf. Es geht hierbei nicht darum, Dir etwas schönzureden, sondern das Gute in Deinem Leben wertzuschätzen.

Je öfter Du Dich in Dankbarkeit übst, desto mehr wirst Du die positive Wirkung spüren. Fang also ruhig schon vor Heiligabend damit an.

Die Dankbarkeitspraxis kann übrigens auch wunderbar ins Weihnachtsfest integriert werden – beispielsweise indem sich alle Anwesenden sagen, wofür sie dankbar sind.

Zwischenmenschliche Herausforderungen

Weihnachten begegnen wir Menschen, mit denen es in der Vergangenheit vielleicht nicht immer einfach war. Verändern können wir diese Menschen nicht. Denn der einzige Mensch, über den wir diese Macht haben, sind wir selbst. Und somit können wir bewusst entscheiden, wie wir mit diesen Menschen und möglichen herausfordernden Situationen umgehen, wie wir reagieren, aber auch wie wir überhaupt agieren wollen.

Konflikten vorbeugen

Weihnachten treffen wir womöglich auf Menschen, die wir nicht so häufig sehen und die andere Ansichten haben. Politische Themen, Umwelt etc. sind beliebte Streitthemen. Und ich kann gut verstehen, dass diese Themen von besonderer Bedeutung sind. Doch ist Weihnachten der richtige Rahmen für eine hitzige Diskussion, wenn letztes Mal bereits keine Einigung absehbar war? Statt die Frage pauschal zu beantworten, ist es finde ich sinnvoller, dass jeder individuell die Lage einschätzt und entscheidet.

Wer vermeiden möchte, dass ein altes Konfliktthema erneut aufgewärmt wird, der kann sich vorab „Notfallpläne“ zurechtlegen. Unser Gegenüber können wir nicht ändern, doch wir können bewusst entscheiden, was wir tun. Wir können beispielsweise anders auf schräge Kommentare oder übergriffige Fragen reagieren als sonst.

Manch einer kann sehr hartnäckig sein und legt das Thema nicht so einfach beiseite, doch manchen reicht durchaus ein Weckruf wie: „Das Thema hast Du bei unseren letzten beiden Treffen bereits angesprochen. Wir waren unterschiedlicher Meinung und haben keinen gemeinsamen Nenner gefunden. Mich hat das sehr bedrückt. Heute würde ich gerne ein ruhiges und entspanntes Fest mit Euch allen verbringen. Können wir das Thema an einem anderen Tag weiter diskutieren?“

Wer Ich-Botschaften formuliert und somit nur aus der eigenen Perspektive spricht, lediglich Beobachtungen formuliert, statt zu urteilen, und eigene Gefühle und Bedürfnisse anspricht sowie eine Bitte formuliert, kann den anderen eher erreichen. Möchtest Du Dich mit dieser Art der gewaltfreien Kommunikation weiter befassen, kann ich Dir das Standardwerk zum Thema von Marshall Rosenberg* empfehlen.

Alternative Reaktionen fallen uns übrigens leichter, wenn wir sie uns sehr lebendig vorstellen und vielfach innerlich durchspielen. Wenn es Weihnachten also zu einer Situation kommt, für die Du Dir eine alternative Handlungsoption zurechtgelegt hast, atme ruhig tief durch, werde Dir der Situation bewusst und entscheide Dich, wie Du reagieren willst. Dieser Moment des Durchatmens kann Dir helfen, dann tatsächlich Dein altes Muster zu durchbrechen, statt wie auf Autopilot zu reagieren.

„Zwischen Reiz und Reaktion liegt ein Raum. In diesem Raum liegt unsere Freiheit und die Möglichkeit, unsere Antwort zu wählen.“ – Viktor Frankl

Konflikte vorab lösen oder vertagen

Je nachdem, welcher Konflikt im Raum steht, kann dieser möglicherweise sogar vorab geklärt werden. Dann setzt Euch vor Weihnachten zusammen, besprecht, was Euch auf dem Herzen liegt, und entwickelt gemeinsam eine Lösung.

Kann ein Konflikt nicht gelöst werden, wie wäre es, ihn von vornherein zu vertagen, sich darauf zu einigen unterschiedlicher Meinung zu sein und das Thema nach Weihnachten weiter zu diskutieren? Was gibt es stattdessen an weniger brisanten Themen, über die Ihr sprechen könnt?

Wenn unterschiedliche Menschen aufeinandertreffen

Jeder hat seine Geschichte und Gründe für sein Handeln. Und wir alle haben unsere Ecken und Kanten. Diesen Fakt anzuerkennen, nicht zu urteilen, sondern den anderen so sein zu lassen, wie er ist, kann nicht nur zur Weihnachtszeit das Zusammensein enorm erleichtern.

Und wer seine Mitmenschen so annimmst, wie sie sind, wird auch von ihnen eher angenommen.

Ein kleiner, aber doch sehr kraftvoller Tipp am Rande, wenn Du Weihnachten auf eine Person triffst, mit der Du haderst: Was schätzt Du an dieser Person? Vielleicht fällt Dir nicht sofort etwas ein. Nimm Dir dann ruhig etwas Zeit, weiter zu schauen. Denn das Faszinierende ist, wenn wir jemanden wertschätzen und annehmen, so wie er oder sie ist, so wird auch uns diese Wertschätzung entgegengebracht. Ich finde das ist ein Experiment wert. Was können wir schon dabei verlieren? Mit dieser kleinen Veränderung habe ich schon viele schöne Erfahrungen machen dürfen und kann es nur wärmstens empfehlen. Und gerade zur Weihnachtszeit passt es doch wunderbar, nicht wahr?

Lass Dir nicht Deine Stimmung verderben

Wenn es doch etwas „schwieriger“ wird, dann lass Dir Deine fröhliche Weihnachtsstimmung nicht vermiesen. Du bist für Deine Gefühle verantwortlich. Oder anders gesagt: Jemand anders ist nicht dafür verantwortlich, wie Du Dich fühlst, sondern nur Du. Denn nur wenn Du jemandem beispielsweise bewusst oder unbewusst die Erlaubnis gibst, Dich emotional zu verletzen, kann dies diese Person auch tun. Vielleicht ist es Dir schon einmal aufgefallen, dass Dich Bemerkungen von einigen Personen mehr berühren als von anderen.

Und zu einem Streit gehören beispielsweise immer wenigstens zwei. Nur wer sich auch für den Streit öffnet und darauf eingeht, streitet dann auch. Stell Dir vor, es ist Streit, und keiner macht mit – das wäre doch mal was!

Wenn Dich etwas aufregt, dann frage Dich auch: Was hat das mit Dir zu tun? Wie J.G. Jung so schön sagte: „Alles, was uns an anderen stört, kann uns helfen uns selbst besser zu verstehen.“

Aber drehe gedanklich ruhig auch den Spieß um, wenn Dich jemand versucht herabzusetzen. Das sagt nämlich auch eine Menge über die Person aus. Nur wer sich selbst klein fühlt, hat das Bedürfnis andere noch kleiner zu machen. Baruch de Spinoza drückte es so simpel aus: „Das was Paul über Peter sagt, sagt mehr über Paul aus als über Peter.“

Ein kleiner Tipp, wenn Dich jemand regelmäßig auf die Palme bringt: Du kannst vorab einen Brief an die Person schreiben. Fasse in Worte, was Dich diesbezüglich bewegt. Es einfach nur einmal aufzuschreiben ist unglaublich befreiend. Schicke den Brief jedoch nicht ab. Verbrenne ihn stattdessen – beispielsweise rituell – und löse Dich so beispielsweise von der Wut oder dem Groll.

Nur wenn Du es zulässt, kann jemand Deine Freude an den Feiertagen ruinieren. Übernimm also einfach selbst und bewusst das Ruder für Dein Wohlbefinden an diesen Festtagen. Sorge gut für Dich. Grenze Dich ab, sage auch mal Nein, kommuniziere klar und deutlich sowohl Deine Bedürfnisse als auch Deine Grenzen – aber auch Deine Dankbarkeit.

Ein erfülltes Weihnachtsfest

Abschließend geht es um das i-Tüpfelchen und die Frage, was dazu beitragen kann, dass Weihnachten zu einer intensiven und erfüllenden Erfahrung wird.

Bewusst genießen

Zu dem bewussten Erleben zu Weihnachten gehört auch das Genießen, dem ich hier bewusst etwas Platz einräume, denn auch hier gibt es ein paar Punkte, die helfen, den Genuss zu fördern.

Nur wenn wir uns Zeit nehmen, können wir genießen. Wer Zeitdruck empfindet, kann sich dem Genuss nicht hingeben. Erlaube Dir auch ruhig bewusst, dieses Fest, das Beisammensein, den Kerzenschein etc. zu genießen. Wenn Du Dir zudem bewusst bist, was Dir gut tut, kannst Du Dich diesem gezielt widmen. Konzentriere Dich dann ganz auf Deine Sinne, sei achtsam. Einfach „nebenbei“ werden wir das Fest nicht genießen können.

Achte außerdem auf die „Dosis“. Nicht die Menge ist für den Genuss entscheidend, sondern die Qualität. Genieße weniger, dafür richtig. Irgendwann kommt außerdem der Punkt, dass der Genuss abnimmt. Ist der 30. Weihnachtskeks wirklich noch so lecker wie der erste?

Wer schon einmal quasi rund um die Uhr über alle Festtage hinweg gegessen hat, dem wird es früher oder später nicht mehr so gut gegangen sein – auch wenn es nur Lieblingsspeisen waren. Wir brauchen Pausen zwischendurch, um die Genussreize richtig auskosten zu können. Und – ganz am Rande bemerkt – unser Körper braucht Zeit, das Gegessene zu verarbeiten ;-)

Darauf besinnen, worum es wirklich geht

Und auch wenn Weihnachten viel und gerne gegessen und geschenkt wird, worum es eigentlich wirklich geht, ist doch Liebe, Dankbarkeit und Gnade. Wie könntest Du dies dieses Jahr noch bewusster ins Zentrum des Festes stellen?

Wie kannst Du dieses Weihnachtsfest bereichern?

Diese Frage führt den vorherigen Punkt weiter. Als ich klein war, habe ich es in der Weihnachtszeit genossen, mich kreativ auszuleben – im Keller meiner Oma bastelte ich wochenlang, um Weihnachten alle um mich herum mit bemaltem Porzellan, Window Color, Seidenmalereigeschenken oder anderem zu beglücken. Heute haben wir in meinem Umfeld das materielle Schenken stark reduziert. Ich lese stattdessen gerne eine Weihnachtsgeschichte vor. Andere lieben es, Gedichte oder ein Musikstück vorzutragen, oder zaubern jemandem mit einem Witz ein Lächeln auf die Lippen. Weihnachten bietet sich auch an, einem älteren Verwandten die Chance zu geben mit seiner Geschichte noch einmal im Vordergrund zu stehen. Es gibt unzählige Möglichkeiten. Wie kannst Du anderen eine Freude machen?

Dein fröhlicheres Weihnachtsfest

Dieser Beitrag soll Dir als Anregung dienen, zu tun, was in Deiner Macht steht, um ein wunderschönes Fest zu erleben. Und genau das wünsche ich Dir: ein Fest voller Liebe und Dankbarkeit!

Uns somit kommen wir wieder zu der Zahl, die Du Dir am Anfang des Beitrags notiert hast. Nun, nach all den Impulsen, die ich Dir in diesem Beitrag mit auf den Weg gegeben habe: Welchen Wert möchtest Du dieses Weihnachtsfest erreichen?

Ich habe hier ein paar Übungsblätter für Dich vorbereitet. Du kannst darin auf einer Skala Dein übliches Feiertagsgefühl eintragen (0 = grauenvoll bis 10 = wundervoll). Markiere anschließend den Wert, den Du dieses Jahr erreichen willst, und zeichne einen Pfeil vom Ausgangspunkt zu Deinem Zielwert ein.

Damit kommen wir zum nächsten Teil der Aufgabe: Was kannst Du tun, um von Deinem Ausgangspunkt zu Deinem Zielwert zu kommen? In diesem Beitrag habe ich Dir diverse Anregungen gegeben. Es gibt jedoch unendlich viele Möglichkeiten und Du weißt – tief in Dir drin – am besten, was Dir hilft. Manchmal braucht es nur etwas Zeit und Bewusstheit, dies freizulegen. Daher habe ich Dir viel Platz für Deine Ideen gelassen.

Was ist Dir wirklich wichtig? Statt aus den Augen zu verlieren, was Dir am Herzen liegt, mach es Dir ganz bewusst. Werde Dir Deiner Bedürfnisse bewusst, nur so kannst Du dafür sorgen, dass Du bei all dem Weihnachtstrubel nicht auf der Strecke bleibst. Sei ganz ehrlich: Was brauchst Du?

Schreibe auf, was Du tun kannst, um Dein Weihnachtsfest noch fröhlicher zu gestalten. Denn Du hast es in der Hand, wie es Dir geht.

Nimm Dir wirklich Zeit. Vielleicht möchtest Du sogar eine Kerze dazu anzünden und Deine Lieblingsmusik laufen lassen. Ich wünsche Dir viele inspirierende Ideen und Freude bei der „Umsetzung“!

Bereit fürs Fest – dann kann Weihnachten ja kommen!

Gestalte Dir Dein Fest so, dass es Dir gut tut. Dafür gibt es keinen Standard-Fahrplan. Indem Du so ehrlich bist – mit Dir und anderen – und kommunizierst, was Du brauchst, gibst Du anderen die Erlaubnis, es ebenso zu tun. Ich wünsche Dir viel Freude dabei, Deinem Gefühl zu folgen, sodass dieses Fest für Dich eine wahre Bereicherung wird! 

Ich wünsche Dir und Deinen Liebsten ein liebevolles und besinnliches Weihnachtsfest!

Alles Liebe

Chris

PS. Wenn Du Dich Weihnachten mit Deinen Liebsten tief verbunden fühlen willst, lies unbedingt auch diesen Beitrag. Denn der Schlüssel für tiefe Verbindungen liegt in Dir. Und hast Du einmal begriffen, was grundlegend dafür ist, wirst Du viele neue und bereichernde Erfahrungen machen können.

Weiterführend habe ich außerdem folgende Beiträge für Dich:

PPS. So, jetzt ist es aber wirklich genug. Frohe Weihnachten!

 

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