Wie innere Ausrichtung in Krisen hilft – Was mich eine schwere Erkrankung gelehrt hat

ChristinaVeränderungen & Herausforderungen meisternKommentar hinterlassen

Wie innere Ausrichtung in Krisen hilft 

Es geht turbulent zu. Krisen scheinen längst keine Ausnahmeerscheinungen mehr zu sein. Währenddessen innerlich ruhig und ausgerichtet zu bleiben, fällt vielen zunehmend schwer. Was für eine innere Ausrichtung in Krisen helfen kann, um sich nicht von den Geschehnissen erdrücken zu lassen, möchte ich hier mit Dir teilen. Sie ist für mich nicht theoretisch, sondern „krisenerprobt“. Diese Ausrichtung half mir während meines langen Heilungsweges von einer Krankheit, für die es laut Schulmedizin kein Heilmittel gibt, die ich jedoch 2017 hinter mir lassen konnte.

Was ich feststellte, als sich mein Alltag auf Bett und Sofa reduzierte

2014 erkrankte ich schwer. 2015 erhielt ich von der Charité die Diagnose „CFS“, verbunden mit einigen Empfehlungen, was mir helfen könne, meine Symptome etwas in Schach zu halten. Wirklich etwas tun könne man jedoch leider nicht, hieß es. Ich möchte an dieser Stelle nicht vertiefen, was diese Diagnose emotional mit mir gemacht hat – dazu an anderer Stelle mehr. Doch wie Du Dir sicherlich vorstellen kannst, war es für mich existenziell eine sehr herausfordernde Zeit.

Da mein äußerer Aktionsradius stark eingeschränkt war, richtete sich mein Blick vorwiegend nach innen. Ich begann sehr genau zu beobachten, was mich wie beeinflusste – was mir gut tat und was nicht.

Eine Erkenntnis war: Es tat mir nicht gut, dauerhaft in Angst zu verharren bzw. an ihr festzuhalten. Sie machte mich innerlich eng und meine Symptome verschlechterten sich dadurch nur noch weiter. Biologisch ist das genau genommen sehr logisch: Ein Organismus im Dauer-Alarmzustand ist von Stresshormonen überflutet. Regeneration hat in diesem Zustand keine Priorität; alles, was nicht unmittelbar dem Überleben dient, wird herunter reguliert.

Gleichzeitig schaute ich, was ich beeinflussen konnte und was nicht. Auf Äußeres hatte ich nur begrenzt Einfluss. Wie ich jedoch mit mir umging sowie meine Einstellung zu allem anderen, das lag tatsächlich in meiner Hand. Die äußeren Umstände waren, wie sie waren. Sie waren mir zwar nicht egal, doch meine innere Ausrichtung entschied darüber, ob ich überhaupt „handlungsfähig“ blieb, statt Trübsal zu blasen und frustriert in Gedankenschleifen festzuhängen. „Handlungsfähig zu sein“ bedeutete für mich unter Umständen, dass ich in dem Moment einfach etwas scheinbar Kleines tat, zum Beispiel mir vor Augen zu führen, wofür ich dankbar bin, oder meinen Atem zu beobachten oder mich darin zu üben, liebevoll mit mir selbst umzugehen.

Durch diesen bewussten Fokus auf das, was beeinflussbar war und wie ich auf mein Wohlbefinden einwirken konnte, habe ich selbst während meiner Erkrankung immer wieder das Gefühl fördern können, nicht allem machtlos ausgeliefert zu sein. Genauer gesagt hat es das Gefühl von Selbstwirksamkeit gefördert, das unter solchen Umständen leicht abhanden kommen kann.

Diese Ausrichtung beeinflusste mein Erleben entsprechend maßgeblich.

So stellte sich bei mir immer wieder das Gefühl von Weite ein. Beispielsweise war es deutlich wahrnehmbar,  wann immer ich alte innere Themen für mich geklärt hatte und nachdem ich alte angestaute Gefühle zugelassen und durchgefühlt hatte. Danach fühlte ich mich nicht nur weiter, sondern zugleich erleichtert und freier.

Ein ähnlicher Effekt zeigte sich, wenn ich mich mit Heilungsgeschichten beschäftigte. Zu meiner eigenen Erkrankung gab es damals kaum solche Berichte, also ließ ich mich auch von Menschen inspirieren, die andere schwere Diagnosen hinter sich gelassen hatten oder trotz körperlicher Einschränkungen ihr Leben voll auskosteten. Ihre mutmachenden Geschichten stärkten mein Vertrauen und meine Zuversicht in meinen eigenen Weg. Sie machten mich innerlich weit.

Das bedeutet natürlich nicht, dass Weite für mich während meiner Erkrankung ein dauerhafter Zustand war. Es gab Momente, in denen ich beispielsweise weinend auf dem Boden lag und tiefe Verzweiflung spürte. Doch auch das durfte da sein. Ich ließ es durch mich hindurch fließen. Es war fast so, als würde sich ein inneres Ventil öffnen. Danach stellte sich wieder mehr Ruhe ein.

Diese vielfältigen Erfahrungen führten dazu, dass ich mich immer bewusster daran ausrichtete, was dieses Gefühl von Weite in mir förderte, statt mich immer weiter in ein inneres Problemkorsett einzuschnüren. Denn ich hatte begriffen: Enge machte nichts besser. Im Gegenteil. Sie erzeugt einen Tunnelblick, der biologisch kurzfristig sinnvoll sein kann, wenn eine akute Gefahrensituation besteht, als Dauerzustand jedoch für den Körper nicht gut ist und zu innerer Starre führt.

Diese Ausrichtung war es, die mich nicht aufgeben ließ, auch wenn mein Weg von Höhen und Tiefen geprägt war. Sie weitete meinen Blick und ließ mich Möglichkeiten erkennen, die mir im Zustand der Enge, Angst, Trauer, Ohnmacht oder Verzweiflung verborgen blieben. So konnte ich meinen Weg durch diese herausfordernde Zeit gehen. Immer einen Schritt nach dem anderen.

Diese innere Ausrichtung hilft mir auch bei anderen Herausforderungen des Lebens

Viele Jahre später stelle ich fest: Diese innere Ausrichtung trägt mich noch immer. Gerade jetzt, in einer Zeit, in der viele Menschen sich von den Geschehnissen auf der Welt innerlich durchgeschüttelt fühlen und Trübsal sich breit macht.

Natürlich kenne auch ich solche Momente. Doch meine Ausrichtung, die sich während meiner schweren Erkrankung so bewährt hat, unterstützt mich bis heute und lässt mich neugierig nach vorne blicken – trotz der vielen Krisen auf der Welt. Ich setze mich bewusst mit dem auseinander, was geschieht. Wenn Ängste auftauchen, befasse ich mich mit ihnen. Doch gleichzeitig stelle ich mir – genauso wie damals – eine weitere, entscheidende Frage:

Was kann ich tun, um innerlich weit zu bleiben oder wieder in die Weite zu kommen, wenn es eng wird?

Weite in Krisen

Weite bedeutet für mich dabei nicht, stets sofort Antworten parat zu haben. Es bedeutet für mich innerlich flexibel zu bleiben und verschiedene Perspektiven entdecken zu können.

Diese Weite und Beweglichkeit kultiviere ich daher ganz bewusst. Dabei helfen mir vor allem der Verbundene Atem (erfahre hier mehr über diese besondere Technik) sowie Zeit in der Natur, Tanzen, Schreiben, das Lesen inspirierender Bücher, berührende Begegnungen, Lachen, Nähe und Verbundenheit.

Einladung zu einem Experiment

Was Weite nährt, ist individuell. Wenn Dich dieser Ansatz anspricht, lade ich Dich ein, Dir folgende Frage sichtbar in Deinen Alltag zu integrieren:

Was kann ich heute tun, um innerlich das Gefühl der Weite zu nähren?

Darüber hinaus kannst Du auch diese Fragen mit in Deinen Alltag nehmen:

Was lässt mich eng werden? Und wie kann ich damit konstruktiv umgehen?

Lass Dich von diesen Fragen ruhig über mehrere Tage oder besser noch Wochen begleiten.

Wenn Du möchtest, kannst Du über einen Zeitraum von etwa vier Wochen eine Liste führen und ergänzen, was Dir hilft, Weite zu kultivieren. Wiederholt diese Fragen zu stellen regt das Unterbewusstsein an, weitere Antworten zu finden. Für Frauen kommt hinzu, dass in dieser Zeit in der Regel ein kompletter Zyklus durchlaufen wird – und je nach Phase etwas anderes dazu beitragen kann, Weite zu kultivieren.

Spür auch gerne mal in Dich hinein, wie die folgenden zwei Sätze auf Dich wirken: Vielleicht ist Weite nichts, was wir herstellen müssen. Vielleicht ist sie etwas, das erinnert wird.

Wenn Du Dir Unterstützung bei Deinen aktuellen Herausforderungen wünschst, begleite ich Dich gerne ein Stück auf Deinem Weg. In einem geschützten Raum, in Deinem Tempo, mit dem, was sich zeigen möchte. Wähle Dir hier einen Termin für ein unverbindliches Vorgespräch aus.

 

Ich wünsche Dir innere Weite und die Fähigkeit, auch in turbulenten Zeiten Perspektiven zu entdecken, die Dich tragen!

Alles Liebe

Chris

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Bilder: Pixabay

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