„… trotzdem Ja zum Leben sagen“

ChristinaCorona, Gefühle & Wohlbefinden, Veränderungen & Herausforderungen meisternKommentar hinterlassen

Dies ist weit mehr als nur der Titel eines Buches eines Psychologen, der das Konzentrationslager erlebte und überlebte. Es ist ein Versprechen an sich selbst – und für jeden von uns jetzt wichtiger denn je! Krisen und Leiden stellen uns vor Herausforderungen, die uns entweder aufgeben lassen oder uns als Anregung dienen können über uns hinaus zu wachsen. Viktor Frankls Worte geben dafür tiefgründige Anregungen.

Viktor Frankl (1905-1997) ist Begründer der Logotherapie und Existenzanalyse. Ich kann sein Buch „… trotzdem Ja zum Leben sagen“ *  jedem Erwachsenen empfehlen, der sich gerade in einer schwierigen Situation befindet. Frankl ermöglicht mit seinem Erlebnisbericht dem Leser Einblicke und Erkenntnisse, die dem Leben mehr Tiefe und Bedeutung geben. Es ist ein Buch, das Mut macht und dazu anregt, sich einzulassen auf das, was das Leben einem präsentiert, und nicht aufzugeben.

Wie es mit Weisheiten so ist, reicht es natürlich nicht, nur darüber zu lesen. Doch dieses Buch gibt viele Anregungen und zeigt Perspektiven auf, die zum Nachdenken und Sinnieren einladen, die die eigenen Erfahrungen in ein anderes Licht rücken und so zu eigenen Erkenntnissen anregen, die das weitere Leben prägen können.

Ein paar Themen greife ich hierzu beispielhaft auf und lade Dich dazu ein, selbst noch tiefer in das Buch einzutauchen (das übrigens kein dicker Wälzer und dennoch inhaltlich unendlich wertvoll ist). Am Ende jedes Abschnitts habe ich Reflexions-Fragen für Dich eingefügt. Wenn Du möchtest, kannst Du diesen Artikel auch ausdrucken und Dich nach und nach damit befassen. Je mehr Du den Inhalt auf Dich wirken lässt, desto mehr wirst Du davon haben.

Die letzte menschliche Freiheit

Im Konzentrationslager angekommen blieb den Gefangenen nichts mehr, alles wurde ihnen abgenommen. Doch eine Freiheit, so beschreibt Frankl sehr gut, konnte ihnen keiner nehmen: die Freiheit, wie sie sich zu den gegebenen Verhältnissen einstellten.

„In letzter Sicht erwies sich das, was mit dem Menschen innerlich geschieht, was das Lager aus ihm als Menschen scheinbar ‚macht‘, als das Ergebnis einer inneren Einstellung. Grundsätzlich also kann jeder Mensch, und auch noch unter solchen Umständen, irgendwie entscheiden, was – geistig gesehen – im Lager aus ihm wird: ein typischer ‚KZler‘ –  oder ein Mensch, der auch hier noch Mensch bleibt und sich die Menschenwürde bewahrt.“

Welche Einstellungen prägen Dein Leben? Welche davon sind Dir dienlich und welche schaden Dir womöglich?

Was für einen Sinn hat das alles?

Die Tortur und die Qualen, die die Menschen im Konzentrationslager erlebten, waren grauenvoll. Frankl gab der Blick in eine positivere Zukunft großen Halt. Er stellte sich immer wieder sehr lebendig vor, wie er vor einem interessierten Publikum einen Vortrag über die Psychologie des Konzentrationslagers hielt. Ziele vor Augen zu haben, identifiziert er als wichtigen Faktor, der Kraft gibt und vor der Selbstaufgabe schützt.

Frankl beschreibt jedoch auch, wie Menschen sich aufgaben, den inneren Halt verloren und wie ihnen alles zwecklos erschient, und findet dazu folgende kraftvolle Worte:
„Solche Menschen vergessen, dass oft gerade eine außergewöhnlich schwierige äußere Situation dem Menschen Gelegenheit gibt, innerlich über sich selbst hinaus zu wachsen. Statt gerade die äußeren Schwierigkeiten des Lagerlebens zu einer inneren Bewährungsprobe zu gestalten … Natürlich sind nur wenige Menschen hierzu fähig; ihnen aber ist es gelungen, noch im äußeren Scheitern und auch noch im Sterben zu einer menschlichen Größe zu gelangen, die ihnen früher, in ihrer Alltagsexistenz, vielleicht niemals beschieden gewesen wäre“.

Frankl bezieht sich dabei auf Nietzsche: „Wer ein Warum zu leben hat, erträgt fast jedes Wie.“

Bei diesem Sinn des Lebens, so betont er zudem, sei Leiden und Tod inbegriffen. Verdrängen und Schönreden bringen nichts und finden dann ein Ende, wenn der Sinn des Leidens erkannt und Mut zum Leiden gefunden wurde. Im leben, scheitern, ja sogar sterben kann also ein Sinn verborgen liegen: „Wir müssen lernen und die verzweifelten Menschen lehren, dass es eigentlich nie und nimmer darauf ankommt, was wir vom Leben noch zu erwarten haben, vielmehr lediglich darauf: was das Leben von uns erwartet!“ Das Leben stelle uns permanent Fragen und durch unser Handeln und unser Verhalten antworten wir. Jeder ist somit verantwortlich dafür, wie er auf die Lebensfragen antwortet, wie er die Aufgaben bewältigt und Forderungen erfüllt, die ihm das Leben stellt.

Diese Fragen können nicht allgemein beantwortet werden, denn jeder habe sein eigenes Schicksal, sein eigenes Leben zu führen, so Frankl. Vergleiche bringen daher auch nichts.

Jeder Mensch ist einzigartig und unersetzbar. Jeder ist dafür verantwortlich, wie er mit seinem Schicksal umgeht. „Der Mensch muss sich auch dem Leid gegenüber zu dem Bewusstsein durchdringen, dass er mit diesem leidvollen Schicksal sozusagen im ganzen Kosmos einmalig und einzigartig dasteht. Niemand kann es ihm abnehmen, niemand kann an seiner Stelle dieses Leid durchleiden. Darin aber, wie er selbst, der von diesem Schicksal Betroffene, dieses Leid trägt, darin liegt auch die einmalige Möglichkeit zu einer einzigartigen Leistung.“

Was ist Dein Warum? Was will das Leben von Dir? Welche Aufgaben stellt es Dir gerade? Und wie gehst Du damit um? Um auch nochmal zum vorherigen Punkt zurückzukommen: Wie ist Deine Einstellung dazu?

Wo leidest Du in Deinem Leben? In wiefern gestehst Du Dir das wirklich ein? Und welchen Sinn könnte sogar Dein Leiden haben?

Wenn einem nichts mehr bleibt, außer die Liebe

Frankl beschreibt, wie die Liebe ihm Kraft gab und er sich beispielsweise vorstellte, wie seine Frau bei ihm wäre und sie sich unterhielten – obwohl er nicht wusste, ob sie noch am Leben ist.

Was er über die Liebe begriff:
„So wenig meint Liebe die körperliche Existenz eines Menschen, so sehr meint sie zutiefst das geistige Wesen des geliebten Menschen, sein ‚So-sein‘ (wie es die Philosophen nennen), dass sein ‚Dasein‘, sein Hier-bei-mir-sein, ja seine körperliche Existenz überhaupt, sein Am-Leben-sein, irgendwie gar nicht mehr zur Diskussion steht.  … Ob der geliebte Mensch lebt oder nicht – irgendwie brauche ich es jetzt gar nicht zu wissen: meiner Liebe, dem liebenden Gedanken, der liebenden Schau seiner geistigen Gestalt, kann das alles nichts mehr anhaben.“

Selbst wenn ein Mensch sich in einer Situation nicht verwirklichen kann, sondern er nur noch leidet „… in solcher Situation vermag der Mensch, im liebenden Schauen, in der Kontemplation des geistigen Bildes, das er vom geliebten Menschen in sich trägt, sich zu erfüllen“.

Wie viel Raum gibst Du der Liebe – nicht nur in schönen sondern auch in schwierigen Zeiten? Gibst Du ihr die Möglichkeit, Dir Halt zu geben? Wie viel Liebe trägst Du in die Welt? Wie erfüllt fühlst Du Dich dank der Liebe?

Das Label ist irrelevant und jeder entscheidet selbst, was er aus seinem Leben macht

„Menschliche Güte kann man bei allen Menschen finden“ – Frankl macht keine pauschalen Vorwürfe beispielsweise der Lagerwache gegenüber. Ganz im Gegenteil, er betont immer wieder, dass es solche und solche überall zu finden gibt, egal welcher Gruppe jemand angehört.

Frankl wirft daher die Frage auf: „Was also ist der Mensch? Er ist das Wesen, dass immer entscheidet, was es ist. Er ist das Wesen, das die Gaskammer erfunden hat; aber zugleich ist er auch das Wesen, das in die Gaskammer gegangen ist aufrecht und ein Gebet auf den Lippen.“

Ich lasse an dieser Stelle auch Benedictus de Spinoza (im Rahmen des fabelhaften Theaterstück, das im zweiten Teil des Buches abgedruckt ist) zu Wort kommen: „Hielte sich nur jeder selbst für gut – er würde es dann auch werden.“

Und es ist vollkommen egal, wie alt man ist oder in welcher Lebenslage. „Die geistige Freiheit des Menschen, die man ihm bis zum letzten Atemzug nicht nehmen kann, lässt ihm auch bis zum letzten Atemzug Gelegenheit finden, sein Leben sinnvoll zu gestalten“, so Frankl.

Wofür entscheidest Du Dich? Welche Einstellung hast Du? Was glaubst Du von Dir? 

Wie willst Du Dein Leben gestalten?

Wie geht es Dir mit Deinem Leben? Sagst Du „Ja“?

Ich muss gestehen, ich habe lange mit meinem Leben gehadert, denn von klein auf, durfte ich viel erleiden. Es hat lange gedauert, bis ich tief in mir endlich nach und nach den Sinn in all dem begriffen habe – das hat alles verändert!

Lass Dich also bitte nicht von den Turbulenzen des Lebens unterkriegen. Du hast eine Aufgabe, die nur Du erfüllen kannst! Und sie ist nicht nur wichtig für Dich, sondern auch für andere. Du kannst die Herausforderungen meistern, die Dir das Leben stellt – das Leben traut es Dir zu. Du Dir auch?

Ich wünsche Dir, dass Du Dich voll und ganz auf Dein Leben einlässt, und Du mutig mit offenem Herzen auf die Herausforderungen antwortest, die es Dir stellt!

Alles Liebe von Herzen

Chris

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