Wie du mit Enttäuschungen umgehen und daran wachsen kannst – in 4 Schritten

Christinabewusst & erfüllt lebenKommentar hinterlassen

Wenn du bisher glaubst, dass es möglich ist nicht mehr enttäuscht zu werden, du nur noch den richtigen Weg dorthin finden musst, dann muss ich dich enttäuschen. Den gibt es nicht, aber einen Weg, wie wir gestärkt aus Enttäuschungen hervor gehen. Und den möchte ich mit dir teilen.

Wir kennen es alle: Wir haben eine Vorstellung von etwas, jemandem oder uns selbst und es kommt der Tag, da wir feststellen, diese Vorstellung entspricht einfach nicht der Realität. Kennst du das, wenn deine Gedanken nur noch darum kreisen und deine Gefühle Oberhand nehmen und dich vom Alltag abhalten?

Was ist eigentlich eine Enttäuschung?

Enttäuschungen sind ein Zeichen dafür, dass etwas anders ist, als wir es uns vorgestellt haben. Da wir nie alles umfassend wahrnehmen können, sonder nur selektiv (andernfalls wären wir nicht handlungsfähig, weil zu viele Reize gleichzeitig verarbeitet werden müssten), schaffen wir uns in unserer Vorstellung ein unvollständiges Bild. Dieses wird auch noch von diversen Faktoren beeinflusst, beispielsweise vom Kontext und unseren bisherigen Erfahrungen. Es kann daher immer auch zu Enttäuschungen kommen.

Wir sind nun mal Menschen und keine Computer, die alle ihnen eingegebenen Informationen immer auf die gleiche Art und Weise und immer schneller verarbeiten können.

Enttäuscht zu werden gehört zum Leben dazu, es ist menschlich. Bist du jetzt enttäuscht?

Dann hat die Täuschung endlich ein Ende: Du erlebst eine Ent-Täuschung.

Das fühlt sich nicht gut an, oder? Enttäuschungen sind zunächst nie angenehm.

Enttäuschungen werden wir also nie aus unserem Leben streichen können. Klar kann es noch den Versuch geben, die Gefühle, die mit Enttäuschungen einher gehen, zu unterdrücken, auch diese werden sich aber irgendwann ihren Weg an die Oberfläche suchen, sei es mit Gefühlsausbrüchen oder psychosomatischen Problemen.

Wenn wir uns Enttäuschungen schon nicht entziehen können, dann können wir aber zumindest schauen, dass wir einen gesunden Umgang mit ihnen finden. Und genau darum geht es in den folgenden 4 Schritten.

Wir können nämlich entscheiden, ob

  1. wir uns immer wieder auf die gleiche Art täuschen lassen und entsprechend immer wieder diesbezüglich enttäuscht werden oder
  2. wir lernen aus einer Enttäuschung und müssen somit nicht die gleiche Enttäuschung mehrfach erleben.

Wofür entscheidest du dich? Bist du schon bereit die Schritte zu erfahren oder gerade vielleicht traurig oder frustriert, dass Enttäuschungen nicht aus deinem Leben zu streichen sind? Dann kannst du die nächsten Schritte direkt ausprobieren, wie du mit dieser Enttäuschung und den Gefühlen umgehen kannst. Denn in Schritt 1 geht es um die Annahme der Gefühle, wenn wir feststellen, dass wir uns getäuscht haben.

So gehst du weiter mit Enttäuschungen – die 4 Schritte

Schritt 1: Deine Gefühle annehmen

Wenn sich die Enttäuschung breit macht, dann kommen beispielsweise Gefühle wie Wut, Frust, Ärger, Reue, Trauer oder Hilflosigkeit dazu. In der Regel spielt Traurigkeit eine Rolle, auch wenn sie zunächst von anderen Gefühlen überdeckt wird, da von einer Vorstellung Abschied zu nehmen ist.

Versuche das, was du fühlst nicht zu verurteilen. Es sind deine Gefühle. Sie sind echt. Sie sind wahr.

Gibst du ihnen Raum, nimmst du sie wahr und erkennst, was sie dir sagen wollen, werden sie abschwächen und wieder verschwinden. Dann haben sie ihre Aufgabe erfüllt. Denn deine Gefühle sind deine Freunde und wollen nur dein bestes und beispielsweise nicht, dass du noch einmal auf diese Art enttäuscht wirst.

Wie du deine Gefühle annehmen kannst

  • Das Gefühl darf jetzt voll und ganz da sein, begegne ihm wohlwollend und ohne zu urteilen.
  • Sprich mit deinem Gefühl, z.B. „Hallo Wut, du darfst da sein“.
  • Schreibe Tagebuch.
  • Meditiere und fokussiere dabei dein Gefühl.
  • Spüre in deinen Körper hinein, wo du das Gefühl wahrnimmst, wie du es innerlich spürst und versuche es anzunehmen, immer und immer wieder. Wenn du wirklich innerlich zustimmst, wird es sich verändern.
  • Sprich mit jemandem darüber, aber nur, wenn du dieser Person vertraust und sie zuhören kann. Es geht darum, dass du mit deinem Gefühl da sein darfst. Es geht hier explizit nicht um Ratschläge und es geht auch nicht um Kritik, was du beispielsweise anders hättest machen können. Falls diese Person dennoch davon anfängt, weise sie darauf hin, dass du das gerade nicht brauchst. Wenn sie das nicht respektieren kann, ist sie nicht der richtige Ansprechpartner.

Woran kannst du merken, dass du das Gefühl annimmst?

Gegenwärtige unangenehme Gefühle werden schwächer, wenn wir ihnen zustimmen.

Und nur, wenn wir es schaffen sie anzunehmen, werden wir frei zu entscheiden, wie wir uns verhalten wollen. Andernfalls dominiert uns das Gefühl und wir reagieren wie auf Autopilot, wir können uns nicht kontrollieren.

Schritt 2: Verantwortung übernehmen und liebevoll mit dir umgehen

Schuldzuweisungen bringen dich nicht weiter. Dadurch kannst du in einem späteren Schritt nicht aus der Erfahrung lernen. Dann wird sie sich in der gleichen oder ähnlichen Weise wiederholen.

Übernimm Verantwortung für dein eigenes Leben, deine Entscheidungen und Taten. Unsere Erfahrungen dienen uns als Lehrer. Wir können zu jeder Zeit nur unser bestes geben und tun – mehr nicht. Später wissen wir vielleicht, dass wir etwas anders hätten tun können: Dann können wir es beim nächsten Mal anders machen. Aber rückwirkend können wir nichts ändern.

Du wusstest es vorher nun mal nicht besser. Du hast gehandelt, so wie es dir möglich war. Zu dem Zeitpunkt hast du getan, was du für richtig gehalten hast. Es war das Beste, was du auf der Basis deines derzeitigen Kenntnisstands und Fähigkeitsniveaus hätten tun können. Beim nächsten Mal kannst du anders vorgehen.

Sei in diesem Schritt gütig und liebevoll mit dir selbst. Gehe mitfühlend mir dir um.

Wenn wir uns nur selber fertig machen, können wir nichts aus der Erfahrung lernen. Frust oder andere unangenehme Gefühle anzunehmen war in Schritt 1 dran. Jetzt geht es darum, liebevoll mir dir umzugehen. Kein Jammern oder so mehr bei diesem Punkt, sonst gehe zurück zu Schritt 1, dann hast du deine unangenehmen Gefühle noch nicht annehmen können.

Schritt 3: Nimm deine Vorstellung unter die Lupe

Warum hattest du diese Vorstellung, die zu der Ent-Täuschung geführt hat? Worauf hast du sie aufgebaut? War sie realistisch? Du wirst wahrscheinlich diverse Indizien finden, vor denen du vorher die Augen verschlossen hast, die du nun einordnen kannst. Du kannst erkennen, warum du eine solch verzerrte Vorstellung hattest.

Schritt 4: Finde den Schatz, der dein Leben bereichert

Erkenne deine Lektion: Was kannst du für dich daraus lernen? Dadurch wächst dein Erfahrungsschatz. Und dann setze um, was du erkannt und begriffen hast. Es kann sein, dass du die Dinge nun aus einer anderen Perspektive betrachtest und deine Einstellung änderst, es kann aber auch sein, dass es bedeutet, dein Verhalten oder Handeln zu ändern.

Nur wenn du wirklich etwas veränderst und somit deine Lektion in dein Leben integrierst, wird dir das Leben nicht genau solche oder ähnliche Erfahrungen wieder schicken. Willst du diese Erfahrung noch mal durch machen? War sie noch nicht hart genug?

Enttäuscht wachsen

Du wirst von anderen enttäuscht werden, du wirst dich selbst enttäuschen und du wirst andere enttäuschen. Das ist das Leben.

Du kannst die Enttäuschungen als Dünger für dein Wachstum nutzen, du kannst erblühen trotz und gerade wegen all der Enttäuschungen im Leben.

Aus welcher Enttäuschung heraus bist du besonders gewachsen?

Für mich war es ein riesiger Schritt auf der Suche nach dem Glück zu erkenne, dass das Leid zum Leben dazugehört – entscheidend ist nur, wie ich damit umgehe.

Ich wünsche dir erkenntnisreiche Ent-Täuschungen!

Alles Liebe

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