Erste-Hilfe-Set und -Plan für schlechte Tage

ChristinaCorona, Gefühle & Wohlbefinden, Veränderungen & Herausforderungen meisternKommentar hinterlassen

Erste-Hilfe in schwierigen Zeiten

Wir alle haben hin und wieder einen schlechten Tag – mal mehr, mal weniger häufig. Die Gründe können ganz unterschiedlich sein. Wie wir in solchen Zeiten mit uns umgehen, macht jedoch den großen Unterschied, ob wir noch mehr leiden oder nach und nach wieder aufatmen. Und damit letzteres leichter gelingt, können wir vorsorgen. Schlechte Tage können wir zwar nicht vermeiden, doch wir können auf sie vorbereitet sein, sodass wir dann nicht zu sehr im Leid versinken. Hier erfährst Du, wie Du Dein eigenes Erste-Hilfe-Set entwickeln kannst. So ist es individuell auf Dich zugeschnitten – denn Du weißt am besten, was Dir gut tut. 

Mögliche Inhalte Deines Erste-Hilfe-Sets

In diesem Beitrag möchte ich Dich dazu inspirieren, Dein individuelles Set zusammen zu stellen. Da Du Dich am besten kennst, kannst Du Dir auch Dein bestes Erste-Hilfe-Set inklusive Plan zusammenstellen. Du kannst nichts falsch machen. Stelle Dir Dein Set ganz individuell nach Deinen Bedürfnissen zusammen. Mein Beitrag soll Dir dazu lediglich als Anregung dienen, weshalb ich Dir ein paar mögliche Elemente vorstelle.

Solltest es Dir schwer fallen, Dein eigenes Set zu entwicklen, dann stelle Dir zwischendurch die Frage, was Du Deiner besten Freundin oder Deinem besten Freund mit in die Box geben würdest. So ein kleiner Perspektivwechsel reicht manchmal schon aus, sodass der Prozess ins Fließen kommt. 

Als Behältnis für Dein Erste-Hilfe-Set kannst Du verwenden, was auch immer Dir zusagt. Es kann zum Beispiel eine schöne Kiste aus Holz sein oder eine Pappschachtel. Wenn Du möchtest, kannst Du diese noch schön gestalten und mit einem hübschen Label versehen. Lass Deiner Kreativität freien Lauf, wenn Du Lust hast ;-)

Der Notfall-Plan

In Gebäuden gibt es Fluchtpläne, um im Falle eines Brandes schnellstmöglich in Sicherheit zu kommen. Warum das Ganze nicht übertragen?

Statt Rauch und Feuer kennst auch Du sicherlich einige Anzeichen, die Dich darauf hinweisen, dass es Dir schlechter und schlechter geht. Dies kann beispielsweise ein sehr flacher und schneller Atem sein, ein Druck im Kopf, eine Schwere in den Gliedern. Was genau sind Deine Alarmzeichen?

Und was kann Dir helfen, wenn Du auf Deine persönlichen Alarmzeichen aufmerksam wirst? Kannst Du Dich aus der Situation zurückziehen, in der Du gerade bist? Kannst Du den Raum verlassen? Wenn ja, wie kannst Du Dich gut zurückziehen?

Welches Sind Deine brisanten Situationen? Welche Begegnungen erzeugen bei Dir Stress? Welche Sätze kannst Du Dir jetzt schon bereit legen, die Dir helfen können, Dich dann von bestimmten Personen zu distanzieren oder für Dich einzustehen?

Was hilft Dir, Dich wieder zu zentrieren? Hilft es Dir womöglich, in die Natur zu gehen? Zu meditieren? Oder tief in den Bauch zu atmen und Deine Atemzüge zu zählen?

Kannst Du Deine Gefühle annehmen? Was auch immer in Dir auftaucht, wenn Du Deine unangenehmen Gefühle bejahen kannst, werden diese schneller vorüber gehen.

Hilft es Dir vielleicht, die Situation beim Tagebuchschreiben zu verarbeiten? Bist Du gerne kreativ und malst zum Beispiel am liebsten? Oder hilft es Dir, mit einer vertrauten Person darüber zu reden?

Was kannst Du anschließend, nachdem Du Deinen Gefühlen bewusst Raum gegeben hast, tun, um Deine Laune wieder zu verbessern? Powerst Du Dich möglicherweise gerne beim Sport aus? Hilft es Dir, etwas leckeres zu essen?

Du kannst auch Deinen eigenen Selbstfürsorge-Plan oder eine Art Checkliste entwickeln.

Wichtig ist, es Dir nicht nur zu überlegen, was Dein Plan enthalten könnte, sondern dies wirklich zu Papier zu bringen. Wenn Du es Dir aufschreibst und Du Dir dabei vergegenwärtigst, wie Du an schlechten Tagen drauf bist, kannst Du am besten etwas finden, das Dir dann wirklich hilft. Denn ganz ehrlich: Wie viele schlechte Tage hattest Du schon, und obwohl Du wusstest, was rein theoretisch hilft, hast Du es dann doch nicht getan? 

Zu wissen was gut ist und es wirklich zu tun, dazwischen können Welten liegen. Umso besser, einen ganz individuellen Notfall-Plan zu haben, auf den Du zurückgreifen kannst.

Du selbst kennst Deine Fallstricke am besten und kannst Strategien entwickeln, diese zu umschiffen. Verschlingst Du beispielsweise an schlechten Tagen gerne Schokolade? Wie viel davon tut Dir wirklich gut? Es gab beispielsweise Phasen in meinem Leben, da habe ich meinen Freund Schokolade verstecken lassen, weil ich sie sonst einfach verschlungen hätte ;-)

Also, erstelle Deinen Plan ganz individuell, je nachdem, was Du brauchst und was Deine Fallstricke sind. Und schreibe es wirklich auf, sodass Du physisch nach diesem Plan greifen kannst, wann es soweit ist. Habe ihm am besten in Deiner leicht erreichbaren Notfall-Box mit Deinen weiteren Hilfsmitteln. 

Mögliche Hilfsmittel

Abgesehen von einem Notfall-Plan kannst Du auch gewisse Dinge bereit halten, die Dir helfen, wenn es Dir nicht gut geht.

Dabei kannst Du Dich an diesen Fragen orientieren: Was tut Dir gut? Und was kann Dir an schweren Tagen helfen bzw. was kann Dir die Lage erleichtern?

Ich liebe beispielsweise Basenbäder. Mein Erste-Hilfe-Set beinhaltet daher ein entsprechendes Badesalz. Zudem empfinde ich Lavendelöl als sehr angenehm und beruhigend. Weiß ich, dass es eine längere Zeit wird, die für mich etwas anstrengender sein kann, dann nehme ich durchaus auch mal Adaptogene, also pflanzliche Nahrungsergänzungsmittel, die im Körper für Ausgleich sorgen. Ich greife beispielsweise gerne nach Ashwagandha, Ginseng oder Rosenwurz. Außerdem bin ich ein riesiger Tee-Fan und habe diverse Tees, die für mich wie Seelenstreichler sind. Zu meinem Set gehören beispielsweise auch Kerzen, Räucherstäbchen, meine Wärmflasche und Musik (je nachdem in welcher Laune ich bin kann diese sehr meditativ sein, um zur Ruhe zu kommen, oder auch durchaus sehr belebend, sodass ich durch die Wohnung tanze oder etwas abschüttle). Und was bei mir beispielsweise auch nicht fehlen darf, sind Kuscheleinheiten mit meinen beiden Schmusekatern.

Was kann Dir an schweren Tagen helfen?

Als Orientierung kannst Du bei Deiner Auswahl auch Deine Sinne nutzen:

  • Was riechst Du gerne (z.B. welchen Kerzenduft)?
  • Welche Klänge können Dir helfen (z.B. binaurale Beats, Musik, Vogelgezwitscher, Meeresrauschen)?
  • Was für Köstlichkeiten tun Dir gut (Tee, Naschereien oder Speisen)?
  • Welcher Anblick gefällt Dir und kann Dir helfen (Fotos, Videos, Landschaften etc.)?
  • Welche „Berührungen“ tun Dir gut (z.B. Kuscheln oder Boxen)?

Welche weiteren „Seelenstreichler“ tun Dir gut? Du kannst beispielsweise Karten von Deinen Liebsten in Deinem Set sammeln oder Fotos von schönen Momenten. Oder hast Du ein schönes Kartenset, das Du womöglich gerne nutzt? Du kannst Dir auch Bücher bereit legen, die Dir durch schwierige Zeiten helfen. Oder lege eine Sammlung schöner Zitate an.

Und wie wäre es mit einem Notizbuch? Ich empfinde Schreiben als sehr hilfreich. Wie sieht es bei Dir aus? 
Manchmal brauche ich einfach nur meine Gefühle oder auch Gedanken zu Papier zu bringen, die einfach ausgedrückt werden wollen, und dann geht es mir schon wieder deutlich besser. Wenn ich dabei sogar auf Lösungen für die aktuelle Situation komme, ist das super, das muss aber nicht das Ziel sein. Einfach nur aufzuschreiben, was mich bewegt, wirkt auf mich beruhigend und kann auch Klarheit bringen.  

Ich greife an schlechten Tagen auch gerne zu meiner Erfahrungsschatzkiste, in der ich Dinge sammle, die mich an besonders schöne Momente erinnern. Diese ergänzt im Prinzip mein persönliches Erste-Hilfe-Set. Wenn wir uns vor Augen führen können, wofür wir im Leben dankbar sind, dann steigert das auf jeden Fall immer die Stimmung. Eine regelmäßige Dankbarkeitspraxis ist daher nicht nur an schlechten Tagen empfehlenswert, sondern bereichert insgesamt das Leben.

Eine Nachricht an Dich selbst 

Zusätzlich zu Deinem eigenen Notfall-Plan und -Set kann sich auch eine Nachricht an Dich selbst als sehr hilfreich erweisen.

Dies kann eine Art Liebesbrief an Dich selbst sein. Oder ein Brief, in dem Du Dich an das erinnerst, was Dir wichtig ist und welche Träume Du warum verfolgst. Es kann auch eine liebevoller oder etwas härterer Schubs sein – was auch immer Du brauchst, wenn es Dir nicht gut geht. Du weißt es am besten.

Schreibe also an Dich selbst, an Dein zukünftiges Selbst, wenn Du einen schlechten Tag hast. Was möchtest Du dann hören bzw. lesen? Was hilft Dir dann? Woran möchtest Du Dich selbst erinnern, wenn es Dir schlecht geht? Mit welchen Worten kannst Du Dir Mut machen, dass auch wieder bessere Zeiten kommen werden? Braucht Du eine Erinnerung, dass auch unangenehme Gefühl vorbei gehen, dass es jedoch wichtig ist, ihnen zunächst Raum zu geben? Was kann Dir helfen anzunehmen, wie Du Dich gerade fühlst? Wie kannst Du nun liebevoll mit Dir umgehen? Wie kannst Du Dich selber wieder aufbauen?

Vielleicht möchtest Du Dich auch daran erinnern, was Du bereits für schwere Phasen im Leben überstanden hast und das auch diese vorüber gegangen sind.

Und was kann Dir möglicherweise helfen, negativen Gedankenspiralen zu durchbrechen?

Dies sind nur ein paar Anregungen. Schreibe am besten einfach drauf los – mit Deinem zukünftigen Ich an einem schlechten Tag vor Augen. Was möchtest Du Dir unbedingt an einem solchen Tag mitteilen?

Du brauchst Dich jedoch nicht nur auf Dein Set beschränken 

All dies sind Anregungen für Dich. Solltest Du jedoch feststellen, dass Du mit Deinen Hilfsmitteln nicht aus Deinem Tief herauskommt, dann suche Dir bitte Hilfe. Du brauchst nicht alles alleine durchstehen. Vielleicht enthält Dein Notfallplan bereits den Kontakt mit einem lieben Menschen oder mehreren.

Wenn nichts zu helfen scheint, dann scheue Dich bitte auch nicht, professionelle Hilfe wahrzunehmen.

Denn auch wenn es vielleicht mal so scheint, kein Tief dauert ewig. Manchmal zieht sich ein Tal vielleicht hin, doch es geht am Ende eines Tales immer bergauf. Und da oben scheint auch wieder die Sonne. Wirklich! Manchmal sehen wir sie nur nicht, weil Wolken sich zwischen uns und die Sonne geschoben haben. Sie ist aber immer noch da.

Selbstvorsorge ist Selbstfürsorge

Mit diesem Beitrag möchte ich Dich dazu inspirieren, gut für Dich selbst zu sorgen und auf „schlechte Tage“ vorbereitet zu sein. Wie Deine Vorsorge aussieht liegt ganz bei Dir. Das Set kann sehr einfach sein oder auch ganz viel enthalten. Du weißt, was Du brauchst.

Vielleicht wirst Du, wenn es soweit ist, auch feststellen, dass Du Dein Set anschließend ergänzen möchtest. Auch gut! Pass es ruhig immer mal wieder an. Wir verändern uns im Laufe unseres Lebens und so können sich auch unsere Bedürfnisse an schweren Tagen verändern.

Vielleicht gibt es auch Elemente in Deinem Set, die sich auf spezielle Zeiten beziehen. Vielleicht gibt es einen Notfall-Plan für die Feiertage, einen Plan für Streit mit dem Partner oder eine Checkliste, was Du tun kannst, wenn Du Dich gerade gekränkt fühlst.

Je genauer Du Dich kennst, desto besser wirst Du Dich auf spezielle Situationen vorbereiten können.

Und wenn Dir an einem schlechten Tag ein Muster klar wird, weshalb es Dir so schlecht geht, dann ist das ein wertvoller und wichtiger Moment. Diese Erkenntnis wird Dir später weiterhelfen können. Es ist gut, dies erkannt zu haben. Verurteile Dich nicht dafür.

Das Erste-Hilfe-Sets inspiriert Dich hoffentlich, selbst gut oder auch einfach nur noch besser für Dich zu sorgen – denn erst recht an schweren Tagen ist es umso wichtiger, dass wir fürsorglich und liebevoll mit uns umgehen. 

Also, leg los, sodass Du nächstes Mal Dein Set griffbereit hast, das Dein vergangenes Ich so liebevoll für ich zusammengestellt hat!

Ich wünsche Dir viel Inspiration und Freude beim Erstellen Deines eigenen Erste-Hilfe-Sets! Möge es Dir eine große Hilfe in schwierigen Zeiten sein!

Und wenn Du möchtest, dann lass uns gerne daran teilhaben, was Dein Set enthält. Schreibe einen Kommentar und inspiriere uns mit Deinen hilfreichen Inhalten. 

Alles Liebe von Herzen

Chris

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