Was ich gerne schon früher über Multitasking gewusst hätte – und du wahrscheinlich auch

Christinabewusst & erfüllt lebenKommentar hinterlassen

Weißt du manchmal gar nicht, wo du bei deinen vielen Aufgaben zuerst anfangen sollst und versuchst mehrere gleichzeitig zu stemmen, was jedoch total an dir zehrt? Früher war das für mich ein Dauerzustand, denn meine To-do-Liste wollte einfach nicht kürzer werden. Entsprechend versuchte ich möglichst viel auf einmal davon zu bewältigen und merkte viel zu spät, dass ich immer tiefer in meinem Aufgabensumpf versank.

Multitasking – Wie sieht es bei dir aus?

Ehe ich auf Multitasking eingehe, habe ich ein paar Fragen an dich:

  • Wie ist eigentlich dein Verhältnis zu Multitasking?
  • Wie häufig versuchst du mehrere Aufgaben parallel zu bewältigen?
  • In welchen Situationen tendierst du vor allem dazu, mehrere Sachen gleichzeitig zu erledigen?
  • Bist du zufrieden mit deinen Leistungen, wenn du mehrere Aufgaben gleichzeitig bewältigst?
  • Bist du vielleicht sogar stolz, ein guter Multitasker zu sein?

Multitasking im Fokus

Multitasking wirkt zunächst verlockend, können so doch vielleicht gleich zwei oder drei Aufgaben auf einmal von der To-do-Liste eliminiert werden, sodass die Liste endlich wieder kürzer wird. Meist geht die Rechnung jedoch nicht auf. Schauen wir uns mal an, woran das liegt.

Zum einen kann unser Gehirn nur maximal zwei komplexe Aufgaben gleichzeitig bewältigen (hier geht’s zur Studie). Mit allem weiteren überlasten wir uns. Dies kann dazu führen, dass wir uns erschöpft fühlen, Stresshormone ausgeschüttet werden oder langfristig der Stress sogar chronisch wird. Bei andauernder Überforderung kann unser Körper mit dem Stresslevel nicht mehr regenerieren. Burnout oder andere Erkrankungen drohen und die Lebensfreude bleibt auf der Strecke.

Zum anderen kann das vermeintliche Multitasking auch einfach ein schnelles Hin- und Herwechseln zwischen verschiedenen Aufgaben sein. Und bei jedem Wechsel dauert es, wieder in die Aufgabe hinein zu kommen, sodass wir eigentlich länger brauchen, als wenn wir die Aufgaben nacheinander angehen.
Wahrscheinlich fehlt außerdem das richtige Eintauchen in die Aufgabe, um sie wirklich gut bewältigen zu können. Dadurch werden wir weniger produktiv – was wir meist doch eigentlich versuchen zu bezwecken.

Einige weitere Auswirkungen von Multitasking

Wer mehrere Aufgaben gleichzeitig versucht zu bewältigen, der wird mit seiner Aufmerksamkeit nicht ganz bei einer Sache sein. Dies kann folgende Auswirkungen haben:

  • Es dauert länger, bis die Aufgaben erledigt sind.
  • Wichtige Aspekte werden vergessen bzw. aus den Augen verloren.
  • Manches wird gar nicht erst bemerkt, weil der Fokus fehlt.
  • Die Wahrscheinlichkeit, Fehler zu machen, steigt.
  • Es ist möglich, sind in zu vielen Aufgaben zu verheddern.
  • Es fällt immer schwerer sich zu fokussieren.
  • Entsprechend macht es unproduktiver.
  • Es bleibt weniger Raum für Kreativität.
  • Tiefgründige Gespräche und somit tiefe Verbindung sind nicht möglich (hier erfährst du mehr zum Einfluss des Smartphones darauf).
  • Es kostet zudem viel Energie und auch Nerven.
  • Und das Unfallrisiko steigt deutlich: So weist beispielsweise Georg Milzner in seinem Buch „Wir sind überall, nur nicht bei uns“ darauf hin, dass das Unfallrisiko eines Autofahrers mit einem Handy am Ohr um das fünfundzwanzigfache steigt.
  • Außerdem bleibt das Leben womöglich auf der Strecke, wenn z.B. ein schöner Moment oder eine schöne Umgebung gar nicht mehr wirklich wahrgenommen wird, weil derjenige parallel telefoniert oder andere Dinge erledigt.

Hirnforscher Professor Manfred Spitzer warnt sogar: „Multitasker trainieren sich eine Aufmerksamkeitsstörung an“.

Achtsamkeit wird heutzutage gerne als Hilfsmittel herangezogen, um sich wieder besser auf eine Sache konzentrieren zu können. Hier sind ein paar kleine Tipps für den Alltag, wie du dich darin üben kannst, die dich keine Zeit kosten.

Wer übrigens die ganze Zeit im Multitasking-Modus ist, der wird wahrscheinlich kaum noch sich selbst wahrnehmen, weil alle Aufmerksamkeit nach außen fließt. So steigt dich Gefahr, sich zunehmend von sich zu entfernen und zu entfremden.

Wie sieht es im Alltag aus?

Wie ist es bei dir? Bist du mit deiner Aufmerksamkeit ganz bei diesem Text? Oder hast du zwischendurch schon an etwas anderes gedacht? Vielleicht lässt du die Frage nun wirken und gehst gedanklich ein wenig in der Zeit zurück, um zu prüfen, wo du mit deiner Aufmerksamkeit warst.

Und wie oft wechselst du schnell zwischen Aufgaben hin und her oder versuchst sie parallel zu bewältigen?

Wusstest du, dass der Begriff Multitasking übrigens erst 2004 in den Duden aufgenommen wurde? Er definiert Multitasking als „gleichzeitiges Verrichten mehrerer Tätigkeiten“. Ursprünglich ist es jedoch ein technischer Begriff, der umschreibt, dass ein Betriebssystem parallel mehrere Aufgaben durchführt.
Da drängen sich mir die Frage auf: „Möchte ich mir Maschinen zum Vorbild machen? Ist es wirklich attraktiv wie eine leblose Maschine zu funktionieren?“

Manchmal ertappe ich mich noch dabei, einiges gleichzeitig machen zu wollen. Sobald ich das merke, mache ich dann in der Regel erstmal bewusst eine Pause (denn wenn ich mich im Stress verrenne, dann schaffe ich keine meiner Aufgaben richtig) und anschließend fokussiere ich mich auf eine Sache.

Wie sieht es bei dir aus?

Ich wünsche dir tiefes Eintauchen in deine Aufgaben!

Alles Liebe

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